Wassenach liegt umgeben von herrlichen Buchenwäldern in einer Höhe von 254 bis 348 Metern über dem Meeresspiegel am nördlichen Rand des Naturschutzgebietes "Laacher See" im Kreis Ahrweiler. Die 1.140 Einwohner des Ortes werden von der Verbandsgemeinde Brohltal verwaltet.
In einer flachen Mulde gelegen, schützt der Veitskopf den Ort nach Westen vor Wind und Wetter. Diese klimatisch ideale Lage, die Nähe zum Laacher See mit seinem Naturschutzgebiet und zu der unmittelbar benachbarten Vulkanlandschaft sorgt dafür, dass Wassenach seit 150 Jahren einen guten Ruf als Fremdenverkehrsort genießt.
Dank der Eigeninitiativen seiner Bürger und der für die Gemeinde Verantwortlichen konnte der Ort bei dem Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" mehrfach hervorragende Plätze belegen. Seit dem Bau einer Umgehungsstraße ist Wassenach weitgehend vom Verkehrslärm verschont. Zahlreiche Neubauten belegen den hohen Wohnwert der Gemeinde.
Wie zahlreiche Ziegel- und Scherbenfunde beweisen, gab es im Umfeld des Ortes bereits zu Römerzeit mehrere Höfe. Abbauspuren in der nahen Mauerley erinnern an die Arbeit gallo-römischer Steinmetze. Einen weiteren Hinweis auf die Anfänge der Besiedlung liefert der Ortsname selbst. Die in rheinischen Ortsnamen häufig zu findende Endung –ach (das gallo-romanische Suffix –acum) deutet auf eine Siedlung an einem Fließgewässer hin, dem Tönissteiner Bach.
Grabfunde im Ortsbereich mit teils aufschlussreichen Beigaben belegen die Landnahme durch die Franken im 5. Jahrhundert. Erstmalig wird Wassenach im Jahre 1138 urkundlich erwähnt. Damals vermachte ein um sein Seelenheil besorgter Edelmann namens Embrico sein Gehöft (Mansum) zu Wassenach (Waszennaco) dem nahe gelegenen Kloster Laach. Papst Innozenz II. bestätigte diese Schenkung. Ein weiteres Schriftstück aus dem Jahre 1149 erwähnt einen gewissen „Theoduricus de Wassenacho“.
Im Burghaus finden heute Konzerte und Vorführungen statt (Foto: Ulrich Siewers PR)
Im Zusammenhang mit dem Bau der ersten Kapelle taucht um 1320 in einem Schriftstück erstmals das Geschlecht der „Herren von Kolb“ auf, die in den folgenden 500 Jahren das Sagen im Ort hatten. Eine geräumige Kirche, deren Turm bis heute erhalten ist, wurde von Adam von Kolb 1485 errichtet. Das bestehende Rittergut der Familie wurde 1772 durch den Bau des barocken Burghauses ergänzt, das seitdem als Wahrzeichen des Ortes gilt.
Mit der Besetzung des Rheinlandes zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch die Truppen Napoléons endete die Macht des Adels und der Klöster. Ihr Land wurde versteigert und gelangte so in den Besitz der Landbevölkerung >>> mehr
Innenhof des Burghauses (Foto: Ulrich Siewers PR)
Die herausragende Sehenswürdigkeit des Ortes ist sicherlich das 1772 errichtete Burghaus, in dem heute die größte Privatsammlung historischer Tasteninstrumente in Deutschland beheimatet ist. Die dort regelmäßig stattfindenden Vorführungen und Konzerte werden von Kennern und Liebhabern aus Nah und Fern geschätzt. Eine Besichtigung der berühmten Sammlung ist nur nach Beendigung der Aufführungen möglich.
Die Katholische Pfarrkirche St. Remigius ersetzte ab 1851 das mittlerweile baufällige mittelalterliche Gebäude, von dem nur noch ein kleiner Turm erhalten blieb. Zur sehenswerten Innenausstattung gehören ein barocker Hochaltar von 1772 sowie die kleine Taufkapelle mit bunter Fenster-verglasung. Die Orgel des Gottes-hauses stammt aus der weltberühmten Bonner Werkstatt von Johannes Klais und dient in einzigartiger Klangqualität der Begleitung und Erhöhung des Gottesdienstes.
Der kleine Turm (links) stammt noch vom mittelalterlichen Vorgängerbau (Foto: Ulrich Siewers PR)
Der Aufstieg zur 23 Meter hohen Plattform des Lydia-Turmes auf der bewaldeten Anhöhe hinter dem Hotel-Restaurant „Waldfrieden“ wird mit einer der schönsten Aussichten über das Gebiet rund um den Laacher See belohnt. Bei guter Sicht erschließt sich dem Auge das gesamte Landschaftspanorama der Osteifel, des Siebengebirges, des Westerwaldes und des Hunsrücks jenseits des Moseltals.
Ausgrabungen im Bereich der mittlerweile verschwundenen Kunksköpfe am Südostrand von Wassenach bezeugen. dass an dieser Stelle vor 30 Millionen Jahren durch den morastigen Kunkskopf-See Riesenfrösche hüpften. Auch Krokodile soll es dort gegeben haben >>> mehr