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Blick von den Höhen der Bergpflege auf Mülheim-Kärlich und die fruchtbare Ebene des Rheintals (Foto: Ulrich Siewers PR)

In zahlreichen Orten im Bereich der Untermosel und am Südrand des Neuwieder Beckens, darunter in Koblenz, Mülheim-Kärlich, Urmitz und Weißenthurm taucht die Bezeichnung „Bergpflege“ immer wieder in Flur- und Straßennamen auf. Was mag sie bedeuten?


Nach einer Amtsbeschreibung aus dem Jahre 1786 war die „Mayener Pacht“ aufgeteilt in die „Mayener Pflege“, die „Münsterpflege“ (Maifeld) und die „Bergpflege“.

Das Amt Bergpflege, auch nur mit Bergpflege bezeichnet, wurde vermutlich im 14.Jahrhundert unter dem Trierer Kurfürsten Balduin (1307–1354) als Verwaltungs-und Gerichtsbezirk eingerichtet. Es lag im linksrheinischen Neuwieder Becken und erstreckte sich über die Ausläufer des Mayengaus von den links der Mosel liegenden heutigen Stadtteilen von Koblenz bis nach Weißenthurm.

Der Amtsbezirk wurde in 4 „Partien" (Teile) eingeteilt:

  • die 1. Partie umfasste die „Rheinorte": Kesselheim, Wallersheim, St. Sebastian, Kaltenengers und Urmitz.
  • die 2. Partie die „Landorte": Mülheim, Kärlich, Kettig und Weißenthurm.
  • die 3. Partie: die Vogtei Rübenach.
  • die 4. Partie die „Moselorte": Bubenheim, Metternich und Güls.

Zeitweise gehörte auch das rechtsrheinische Engers zum Amt Bergpflege.

Dem Amt stand ein Amtmann vor. Der gehörte meist dem Adel oder dem Klerus an, in Städten oft auch den wohlhabendenSchichten des Bürgertums. Er residierte im Amthaus und trieb im Amtsbezirk die Steuern ein, sprach Recht und sorgte mit einer eigenen kleinen bewaffneten Einheit für Sicherheit und Ordnung.

Das Hochgericht des Amtes Bergpflege wurde auf dem Bubenheimer Berg abgehalten, wo auch der Galgen stand.

Schloss KärlichDie Kurfürstlichen Schlösser im Gebiet der Bergpflege waren Schönbornslust bei Kesselheim sowie das Schloss in Kärlich. Sie dienten dem Landesherren als Sommerresidenzen, der sich samt Gästen inmitten von Feldern, Waldstücken und Sümpfen an der Hasen-, Hühner- und Fasanenjagd ergötzte.

Kurfürstliches Schloss zu Kärlich um 1790 (Repro Ulrich Siewers PR)

Alle beiden Schlösser sind in späterer Zeit "abgegangen": Sie wurden dem Erdboden gleichgemacht.

Mit der Einnahme des Linken Rheinufers durch die französischen Revolutionsarmee unter Napoléon wurde das Amt um das Jahr 1794 aufgelöst und ging im Département de Rhîn-et-Moselle mit Sitz in Koblenz auf.