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Wacholderwacht erkundet Moorgebiet „Mosbrucher Weiher“

Spannende Exkursion mit Dipl. Biologe Jörg Hilgers


Dipl. Biologe Jörg Hilgers (rechts) beantwortet die Fragen der angereisten Mitglieder der Wacholderwacht (Foto: Ulrich Siewers PR)

Langenfeld. Zu einer nicht alltäglichen Exkursion im Rahmen der Weiterbildung hatte Gerhard Krämer aus Langenfeld die Mitglieder der „Wacholderwacht“ eingeladen. Zusammen mit dem Bonner Diplombiologen Jörg Hilgers galt es, Flora und Fauna im Feuchtgebiet „Mosbrucher Weiher“ bei Kelberg zu erkunden. Die weitgehend verlandeten Moorflächen sollen im Rahmen des aktuellen EU-Live-Projektes Moore renaturiert werden, so dass sich moortypische Pflanzen und Tiere wieder ansiedeln können. Projektträger ist die „Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz“ >>> mehr.

Trotz des vorangegangenen heftigen Regens, gewittriger Schwüle und Heerscharen lästiger Blutsauger folgt eine Handvoll Unerschrockener dem Biotop-Fachmann auf teilweise schwankendem Boden in den Kernbereich des Moores, der von Pfeifengraswiesen, Seggenrieden, Ohrweiden-Faulbaum-Gebüschen und Grauweiden-Wäldern gebildet wird. Nur vereinzelt finden sie trotz der vorangegangenen Regenfälle kleine Wasserflächen. „Das soll sich in den nächsten Jahren ändern“, sagt Hilgers. Er entnimmt dem Boden eine Handvoll Moos. „Diese Torfmoose sollen wieder gedeihen, damit sich mittelfristig wieder neuer Torf bilden kann. Dabei wird Kohlenstoff aus der Athmosphäre gebunden - ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz“. Noch im 20. Jahrhundert hat man in Mosbruch Torf gestochen. Da wurde in kurzer Zeit zerstört, was in Jahrtausenden entstanden war. Wenn man bedenkt, dass es fast ein ganzes Jahr dauert, damit die Torfschicht um 1 Millimeter wächst, kommt einem der Begriff „mittelfristig“ in unserer schnellebigen Zeit seltsam vor.


Dipl. Biologe Jörg Hilgers (links) und Peter Krebs beim Fachsimpeln
(Foto: Ulrich Siewers PR)

Die Männer und Frauen der Wacholderwacht erleben staunend den außergewöhnlichen Lebensraum Moor. Hilgers zeigt ihnen den Igel-Kolben und den Teufels-Abbiss, lässt sie den würzig-aromatischen Duft der Sumpfminze schnuppern und berichtet über die Geschichte des Sumpfschachtelhalms, dass er ein Nachfahre einer Urpflanze ist, die vor 400 Millionen Jahren im Paläozoikum ganze Wälder gebildet hat. „Daraus ist unsere Steinkohle entstanden!“


Wer behauptet, dass "Goldauge" hässlich ist ? (Foto: Ulrich Siewers PR)

Plötzlich bückt sich Gerhard Krämer. Behutsam streichelt er den Kopf einer kleinen Kröte, die er im Gras entdeckt hat. „Schaut Euch mal diese wunderschönen Augen an. Man nennt sie nicht umsonst Goldauge“. Und alle geben ihm recht.


Der Braunfleckige Perlmutterfalter (Boloria selene) steht auf der Roten Liste
(
Foto: Ulrich Siewers PR)

Nach gut einer Stunde beginnt der Rückweg. Unterwegs gibt es immer wieder Aha-Erlebnisse. Und Jörg Hilgers ist in seinem Element. „Das ist Engelwurz. Die hat man früher zur Herstellung von Kräuterschnaps genutzt“. Dem Fotografen gelingt auch noch ein Schnappschuss von einem Perlmuttfalter, eine geschützte Schmetterlingsart, die als „stark gefährdet gilt“ und deshalb auf der Roten Liste steht.

Plötzlich hat es Jörg Hilgers eilig. Er muss noch am gleichen Tag in den Hunsrück, um Fledermäuse zu belauschen. Gut, dass es es Frauen und Männer wie ihn gibt, die ihr Wissen und Können zum Erhalt der Natur einsetzen. Die Lehrstunde mit ihm in der Natur war für die Wacholderwacht eine Bereicherung und ein Ansporn für ihr ehrenamtliches Engagement in den Wacholderheiden der Osteifel. 


Alle Fragen zu den Wacholderheiden der Osteifel und zur Wacholderwacht beantwortet die Redaktion gerne >>> hier